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Leserbrief: Neuer Intendant am bt - "Das Nonplusultra für unser Stadttheater?"

Leserbriefe
  • Erstellt: 12.10.2021 / 14:01 Uhr von Klaus Erlenkamp
Vor einigen Wochen sind die Würfel  gefallen. Die Findungskommission hat die Person gefunden, welche ihrer Meinung nach das Brandenburger Theater (bt) in Zukunft als Intendant führen soll. Hoffentlich ist der „Gefundene“, Alexander Busche, diesmal tatsächlich mit einer längeren „Halbwertszeit“ ausgestattet als all die Intendanten, künstlerischen Leiter, weiteren bt-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, welche am BT nicht bleiben konnten oder wollten? Deren Verträge nicht verlängert wurden, die aus freien Stücken die Reißleine gezogen haben?

Ist die Expertise des designierten Intendanten, der endlich die „künstlerische Gesamtverantwortung“ (die es bisher laut Metrum nicht gab am bt) übernehmen und das „künstlerischen Führungsvakuum“ (welches bisher laut Metrum am bt existierte), beides von der sicher nicht billigen Agentur Metrum aus München so festgestellt, auffüllen soll, das Non plus Ultra für unser Stadttheater? Ich bin sehr gespannt darauf. 
 
Wenn Alexander Busches alleinig drei Säulen, laut Interview im Inforadio vom rbb, die Symphoniker, das Jugendtheater und die Bürgerbühne sind, ist es nicht das, was vom Oberbürgermeister für die Stadt und ihr Theater gefordert wurde, sondern eher eine Rolle rückwärts. Dabei fehlt eindeutig die vom OB geforderte Etablierung einer eigenen qualifizierten Schauspielsparte. Diese Etablierung wurde durch den aktuellen Künstlerischen Leiter bereits erfolgreich begonnen. 
 
Aktuell erstaunt mich immer wieder aus Neue der Umgang mit dem Künstlerischen Leiter des bt Frank Martin Widmaier. Er besitzt sowohl die notwendige Expertise im musikalischen als auch im Schauspielbereich. Herr Widmaier hat die Karre aus dem Dreck gezogen, sein Können und seinen guten Willen, seine guten Kontakte in der Branche gerade auch in der nicht einfachen Zeit für die Kultur während der Pandemie unter Beweis gestellt. Er hat immer wieder „Wege gefunden“, für die Theaterbegeisterten das bt mit Kunst zu füllen, getreu dem Motto der alten, aber fast nicht stattgefundenen Spielzeit. 
 
Das Motto, unter welchem die aktuelle Spielzeit 2021/2022 steht „Horizonte beflügeln“, stellt klar, dass er mit dem Team des bt alles daran setzten wird, das theaterbegeisterte Publikum ins Haus zurückzuholen. Selbst der SKB wurde dafür schon erfolgreich eingespannt. 
 
Auch hat Herr Widmaier die Forderungen und Wünsche des OB nach einer „Schauspielsparte“ mit einem festen, freien Ensemble (Poetenpack) umgesetzt. Überrascht hat mich letztendlich die in der derzeitige Presseberichterstattung (MAZ vom 09.10.2021) wiedergegebene Kritik am Künstlerischen Leiter. Die Stadt sollte sich glücklich schätzen, dass Herr Widmaier seinen Vertrag, obwohl er eine „Nichtverlängerungsmitteilung erhalten wird“, bis zum Schluss erfüllen wird. 
 
Die geschilderte Kritik von Herrn Busche, des Aufsichtsrates, des OB am derzeitigen Spielplan kann ich so nicht nachvollziehen. Mit der vorhandenen personellen und finanziellen Ausstattung des bt und noch immer unter pandemiebedingten Einschränkungen werden dem Publikum stets aufs Neue Theater Highlights der verschiedensten Genres als Eigenproduktionen präsentiert. 
 
Wie es sich schon rum gesprochen hat, finden dagegen die in den Zwängen des Verbundvertrages und andere „eingekaufte“ Produktionen beim Brandenburger Theaterpublikum nur geringes Interesse. 
Auch deshalb: Die Premiere der Rockoper „Jesus Christ Superstar“ von Andrew Lloyd Webber am 15.10 2012 beziehungsweise eine der weiteren Aufführungen im bt sollte Mann oder Frau keinesfalls verpassen.


Bitte beachten: Meldungen in der Rubrik "Leserbriefe" geben nicht die Meinung der Redaktion wieder, sie sind ein persönlicher Text des jeweiligen Verfassers. Einsendungen sind unter [info@meetingpoint-brandenburg.de] mö:glich.
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Kommentare

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    Robert schrieb um 19:41 Uhr am 13.10.2021:
    Lieber Herr Erlenkamp,
    so bitter es für Sie auch sein mag, der Niedergang des Brandenburger Theaters wurde federführend von Protagonisten der LINKEN, also Ihrer eigenen Partei vollzogen.

    Allen voran sei hier die schon angesprochene Frau Patz genannt, welche ganz offensichtlich im Alleingang und ohne jegliche Fachkenntniss diese jüngsten fatalen Entscheidungen getroffen/eingeleitet hat (auch wenn sie sich in einer Kommission versteckt).

    Des weiteren muß an dieser Stelle der vollkommen überforderte und ewig achselzuckende Fraktionsvorsitzende der LINKEN, Herr Kutsche genannt werden, welcher offensichtlich nicht in der Lage war/ist, eine (Kultur)Politik für die Stadt zu machen und Frau Patz Einhalt zu bieten.

    Dritter im Bunde der LINKEN Theaterabwickler ist der ehemalige Kulturbeigeordnete Wolfgang Erlebach, welcher sich über Jahre extrem ungeschickt und farblos vor jeder positiven Entscheidung gedrückt, bzw. mit traumwandlerischer Sicherheit die falschen Entscheidungen getroffen hat.

    Die Entscheidung Herrn Widmaier auszutauschen (um nichts anderes handelt es sich) wurde vor allem auf betreiben von Frau Patz in ihrer Funktion als Vorsitzende der Findungskommission für den neuen Intendanten vorangetrieben.
    Dies entschuldigt nicht, dass auch die anderen Mitglieder des Aufsichtsrates ihrer Aufsichtspflicht einmal mehr nicht nachgekommen sind.
    (allen voran der Oberbürgermeister)

    Auch wenn Frau Patz nicht Mitglied der LINKEN ist, so wurde sie doch von den LINKEN in den Theateraufsichtsrat berufen.

    Es ist sehr bedauerlich, dass bisher niemand auf die Idee gekommen ist, Frau Patz als Aufsichtsrat abzuberufen und durch ihren Stellvertreter zu ersetzen.

    So lange man Frau Patz weiter gewähren lässt, wird das Theater auch weiter dem Untergang preisgegeben.





    •  
      Klaus Erlenkamp schrieb um 23:40 Uhr am 12.10.2021:
      Liebe Birgit, es ist keine Parteikollegin. Sie hat es in den vielen Jahren SVV auf Ticket der Linken nicht geschafft, der Partei beizutreten. Wie auch ein anderer, der wohl früher mal Parteiglied war. Und im Kulturausschuss ist Frau Patz auch kein Mitglied.
      •  
        Birgit schrieb um 23:32 Uhr am 12.10.2021:
        Lieber Klaus,
        Deine Ausführungen sind sehr tendenziell. Die Vorsitzende der Findungskommission und amtierende Aufsichtsratvorsitzende des Brandenburger Theaters Frau Birgit Patz (LINKE), hat sich zusammen mit ihren Findungskommissionsmitgliedern für die Bestellung des neuen Intendanten des Brandenburger Theaters Dr. Alexander Busche gegen Frank Martin Widmaier als zukünftigen Intendanten klar ausgesprochen ("EINSTIMMIG")
        Ich will nur sagen: bitte wende Dich an Deine Parteikollegin, die Dich im Aufsichtsrat, Stadtverordnetenversammung und im Kulturausschuss vertritt um weitere Antworten zu erhalten. ;-)