Am 5. August 1914 hielt der Deetzer Pfarrer Karl Niedlich die Aussegnungs-Predigt für die etwas mehr als 40 Deetzer Männer, die gleich nach Ausbruch der Kampfhandlungen in den 1. Weltkrieg hinauszogen. Im ersten Jahr fielen der Sohn des Nachtwächters Zinne, der Arbeiter Hermann Böttge, der Briefträger Albert Wendel und der Arbeiter Karl Döring. Vermisst wurde der Töpfer Herrmann und der Maurerpolier Lippert war als Kriegsgefangener nach Sibirien geschafft worden.
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Am Ende mussten in den vier Kriegsjahren mehr als 200 Deetzer zur Waffe greifen. 44 Männer starben und vier blieben vermisst. Auf Initiative des Pfarrers Niedlich wurde am 9. Oktober 1921 vor der feldsteinernen Dorfkirche ein Kriegerdenkmal eingeweiht. Steinmetzmeister Fuhr aus Brandenburg hatte es geschaffen. Neben den Namen der Gefallenen enthielt es den Spruch: "Sie gaben ihr alles, ihr Leben, ihr Blut, sie gaben es hin mit fröhlichem Mut – für uns."
In den DDR-Jahren verschwand die Tafel und der Kalkstein-Quader fing auch langsam an zu bröckeln. Gleich nach der Wende gab es dann vor allem durch Hinterbliebene Bemühungen, das Kriegerdenkmal wiederherzustellen. Für 1996 wurden schließlich 10.000 DM in den Haushalt eingestellt. Das Denkmal wurde komplett abgetragen und durch zwei ortsansässige Maurer wieder aufgebaut. Die neue schwarze Marmor-Tafel erhielt den Spruch: "Zum Gedenken an die Toten beider Weltkriege. 1914-1918 und 1939-1945. Den Toten zur Ehre – den Lebenden zur Mahnung". Die zerborstene Schale wurde zugleich durch eine Kugel ersetzt.
Zwei Jahre darauf wurde auch die Einfassung des Denkmals wieder in Ordnung gebracht. Das Denkmal hatte jedoch keinen langen Bestand. Die Tafel lockerte sich schon bald und die Deetzer entschieden sich schließlich auch für eine neue Tafel. Dieses Mal sollten die 48 Namen der Toten des 1. Weltkrieges und die 78 des 2. Weltkrieges in eine Tafel eingemeißelt werden. Inzwischen kann sich das Deetzer Kriegerdenkmal auf jeden Fall wieder sehen lassen.