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Ein nackter Krieger hielt auf einem Sandsteinquader Schwert und Schild

Historisches
  • Erstellt: 06.04.2026 / 20:01 Uhr von Marcus Alert
Ein nackter Krieger mit Schwert und Schild krönte den Sandsteinquader, der einst in der Grünanlage des Hindenburgplatzes (heute Gertrud-Piter-Platz) stand. Das Denkmal für die Gefallenen des Füsilierregimentes Nr. 35 „Prinz Heinrich von Preußen“ erinnerte an die Toten des 1. Weltkrieges. Es wurde auf Initiative des Bundes der Vereine ehemaliger 35er am 3. Februar 1923 inmitten einer malerischen Grünanlage eingeweiht und verschwand nach dem 2. Weltkrieg auf Anordnung der alliierten Besatzungsmächte. Reste des Denkmales wurden übrigens vor 25 Jahren bei Tiefbauarbeiten am Wiesenweg entdeckt.
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Das Infanterie-Regiment wurde im Jahre 1816 aufgestellt. Stationiert war es vor dem 1. Weltkrieg in Brandenburg. In das Regiment trat übrigens im Jahre 1785 im Alter von 17 Jahren Gustav Albrecht Sabac el Cher (1868-1934) ein. Er war ein schwarzer Militärmusiker und gehörte drei Jahre lang der Kapelle des Regimentes an. Der gebürtige Berliner, sein Vater stammte aus dem Sudan, machte in der Folgezeit Karriere in der preußischen Armee.

Am 2. August 1914 marschierten die Soldaten des Regiments von hier aus in Richtung Belgien. Das Regiment kämpfte in Belgien, Frankreich und Galizien gegen Belgier, Franzosen, Engländer, Russen und Amerikaner. Laut Inschrift starben in den vier Jahren 165 Offiziere, 431 Unteroffiziere und 3766 Füsiliere des Regiments. Hinzu kamen 50 Offiziere, 230 Unteroffiziere und 2018 Soldaten des Reserve-Infanterie-Regiments sowie acht Offiziere, 63 Unteroffiziere und 489 Soldaten des Landwehr-Infanterie-Regiments.

Das Regiment war am 12. November 1918 von der Front bei Joffain die Havelstadt zurückmarschiert. Hier wurde es dann am 18. Dezember 1918 aufgelöst. Die Kaserne des Regiments befand sich im Bereich des heutigen Polizeipräsidiums. Nur etwa ein Drittel überstand den 2. Weltkrieg. In dieser Kaserne erblickte übrigens 1923 Loriot das Licht der Welt. Sein Vater war dort als Polizeioffizier untergebracht.

Bilder

Am 3. Februar 1923 wurde das Denkmal eingeweiht. / Foto: Archiv Alert
In der Grünanlage ist der alte Standort noch gut zu erkennen. / Foto: Alert
Die Kaserne des Füsilierregiments ist zum Teil noch vorhanden. / Foto: Alert
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