Fast fünf Jahre nach dem Abriss der Brücke am Altstädtischen Bahnhof enden die Straßenbahnschienen auf dem Quenz bis heute im Nichts. Für viele Brandenburger bedeutet das im Alltag längere Wege, zusätzliche Umstiege und Umleitungen. Spürbar verschärft hat sich die Lage längst nicht nur im öffentlichen Nahverkehr. Wer mit dem Auto unterwegs ist, hat aktuell vor allem zwei Möglichkeiten: über den Klingenberg und die Friedrich-Engels-Straße oder über die offizielle Umleitungsstrecke Spittastraße und August-Sonntag-Straße. Beide Varianten bringen eigene Probleme mit sich.
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Während es in der Friedrich-Engels-Straße durch parkende Fahrzeuge regelmäßig zu engen Situationen und riskanten Überholmanövern kommt, prägen Baustellen und aktuell auch massive Straßenschäden die Umleitungsstrecke. Auf beiden Routen kommt es zudem regelmäßig zu Staus.
In der mit Tempo-50 ausgeschilderten Friedrich-Engels-Straße soll die Lage vorerst unverändert bleiben. Das teilte die Stadt auf Meetingpoint-Anfrage mit. Nach Angaben der Verwaltung entspricht die aktuelle Verkehrsorganisation im Wesentlichen der Regelung vor der Brückensperrung. Das straßenbegleitende Parken wurde Ende 2022 wieder zugelassen, um Parkraum zu schaffen und den Verkehr bewusst zu verlangsamen. Ziel sei es, den Bereich nicht zusätzlich als Umfahrungsstrecke attraktiv zu machen.
Ein zentraler Faktor für diese Entscheidung ist nach Angaben der Stadt die Schulwegsicherheit. In dem Umfeld befinden sich eine Grundschule, eine Kita und ein Hort. Schulen und Elternvertretungen hätten wiederholt auf hohe Verkehrsmengen, eingeschränkte Übersicht und rücksichtsloses Fahrverhalten hingewiesen. Neue Erkenntnisse, die eine andere Bewertung rechtfertigen würden, lägen derzeit nicht vor.
Viele Autofahrer weichen daher auf die Spittastraße und die August-Sonntag-Straße aus, die offizielle Umleitungsstrecke. Dort haben sich in den vergangenen Wochen jedoch besonders auf der letzteren deutliche Frostschäden und Schlaglöcher gebildet. Nach Angaben der Stadt zählen beide Straßen zu den priorisierten Strecken. In der Praxis ist dort seit über zwei Wochen aber vor allem nur eine Maßnahme sichtbar: die Aufstellung eines Tempo-30-Schildes auf der August-Sonntag-Straße. Weitere Arbeiten sind bislang nicht erkennbar.
Konkrete Angaben dazu, wann und in welchem Umfang die Schäden behoben werden, macht die Verwaltung nicht.
Damit bleibt die Verkehrssituation rund um den Quenz auch Jahre nach dem Brückenabriss angespannt – mit Einschränkungen für Pendler, Anwohner und den öffentlichen Nahverkehr gleichermaßen.