Vor gut drei Jahren wurden in der einstigen Waffelfabrik in der Wredowstraße 21 Mietwohnungen fertiggestellt. Doch schaut man genauer hin, dann sieht man, dass der hintere Teil der einstigen Honigkuchen- und Waffelfabrik H. König noch darauf wartet, wachgeküsst zu werden. Neun große Wohnungen, zwischen 160 und 200 Quadratmeter groß, sind in dem bereits entkernten und direkt an den Jakobsgraben angrenzenden Industriebau auf drei Etagen geplant.
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„Es liegt bereits eine Baugenehmigung vor", verrät der Projektentwickler und Eigentümer Detlef Horn. Der Zustand ist auch deshalb gut, weil man bereits im Jahr 2019 den Dachstuhl/das Dach komplett erneuert hat. Das alte Industriegebäude steht unter Denkmalschutz. Schaut man auf das restliche Firmengelände der ehemaligen Waffelfabrik, muss man erkennen, dass dort praktisch nichts passiert ist. Stattdessen türmen sich rings um eine zentrale Halle Schrotthaufen auf. Kleinere Gebäude wie Werkstätten, Lager und Garagen, an denen seit 40 Jahren so gut wie nichts getan wurde, bieten keinen schönen Anblick. Und auch der einstigen Konsü-Kita in der Bauhofstraße 20 sieht man deutlich den Verfall an.
Im Jahre 1992 wurde der Betrieb in der zuletzt unter Märkisch-Brandenburgische Waffelspezialitäten GmbH firmierenden traditionsreichen Waffelfabrik eingestellt. Die Treuhand suchte ab 1997 einen neuen Eigentümer. Der wurde für das fast 10.000 Quadratmeter große Grundstück mit diversen Gebäuden im Jahr 2005 durch eine Versteigerung schließlich auch gefunden.
Detlef und Marion Horn erwarben im Jahr 2018 später eine Teilfläche mit den um 1900 errichteten zwei Industriegebäuden, in den zu DDR-Zeiten Konsü-Waffeln hergestellt wurden. In Absprache mit der Denkmalpflege wurden seinerzeit sämtliche DDR-Anbauten an den Hauptgebäuden abgerissen, um die alten Industriegebäude wieder freizulegen. Der vordere Teil an der Wredowstr. 10 wurde ab 2020 saniert und der hintere Teil wurde gesichert.
"Wir werden den hinteren Teil der Fabrik aktuell nicht sanieren", betonen Marion und Detlef Horn. Die Bausubstanz sei zwar sehr gut und alles bereits entkernt, doch müssten letztlich mehrere Millionen Euro investiert werden. Horns weiter: „Der nachbarschaftliche Schrottplatz, die offene Entwicklung auf dem ehemaligen Busbahnhof, hohe Baukosten und Bauzinsen sowie eine mangelnde Wohnungsbaupolitik im Land fördern leider nicht den privaten Wohnungsbau. Wir warten deshalb auf Klarheit“.