Vor 50 Jahren wurde der auf der Brandenburger Regattastrecke stehende Ruderer in einer Berliner Gießerei in Bronze gegossen. Die Figur ist ein Werk der Künstlerin Monika Spieß. Die gebürtige Magdeburgerin hatte 1971 an der Hochschule für bildende Künste ihr Studium in Dresden abgeschlossen. Mit ihrem Mann Emil wohnte sie bereits seit 1963 in der Havelstadt. Nach der „Schwurhand“ für das Marienberg-Mahnmal zum 20. Jahrestag der Befreiung des Zuchthauses war der „Ruderer“ der zweite große Auftrag der damals knapp über 30 Jahre alten Künstlerin.
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Der Auftrag für den Ruderer wurde am 9. Oktober 1973 erteilt. Als Auftraggeber fungierten der Rat der Stadt, der Rat des Bezirks und die BSG Einheit. Etwas verzögert wurde die Fertigstellung durch eine mehrmonatige Schiffsreise des Ehepaares Spieß auf einem Handelsschiff mit den Stationen Hamburg, Kuba, den Bermudas und Mexiko. Monika Spieß schuf zuerst ein Gipsmodell. Vorbild war Michael Schubotz. „Der war zwar kein Ruderer, aber groß und kräftig“, erinnert sich Monika Spieß.
Die Künstlerin lieh sich damals originale Skulls aus, die sie in ihrem Atelier, das sie sich im Getriebewerk mit ihrem Mann teilte, abformte. Im Dezember 1974 war das Gipsmodell fertig. Zum Gießen der Bronzefigur ging es schließlich Mitte des Jahres 1975 nach Berlin. Nach den notwendigen Nacharbeiten war die zwei Meter große Figur zwar 1975 fertig, wurde aber wohl erst 1976 enthüllt.
„Ich kann mich erinnern, dass der Standort der Plastik erst nach der Fertigstellung des Ruderers festgelegt wurde“, so Monika Spieß, die im Jahre 1977 mit ihrem inzwischen verstorbenen Mann nach Klein Kreutz zog und dort auch heute noch wohnt. Der Ruderer hat nun schon seit fast fünf Jahrzehnten den Eingang der Regattastrecke gut im Blick. Im Jahre 2005 verschwand allerdings ein Ruderblatt. Es dauerte zwar einige Jahre, doch inzwischen ist die kraftvolle Figur wieder komplett.