DDR-Kunst ist in Brandenburg immer noch an den verschiedensten Ecken anzutreffen. Dietrich Rohde schuf zwischen 1964 und 1972 gleich vier Werke für die Havelstadt und alle sind auch noch vorhanden. Zwei der Plastiken wurden in den vergangenen Jahren allerdings umfangreich saniert und erhielten zudem neue Standorte. Der 1933 in Berlin geborene Dietrich Rohde, der in den 1950er Jahren an der Fachschule für angewandte Kunst in Berlin-Weißensee studiert hatte, schuf als Erstlingswerk für die Stadt Brandenburg im Jahre 1964 die Bronzefigur „Tanzende Kinder“, die vor der damals gerade fertiggestellten Karl-Liebknecht-Schule, der heutigen Luckenberger Schule, aufgestellt wurde.
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Nur ein Jahr später folgten, ebenfalls in Bronze, die Plastik „Lernende“, die ihren Platz vor dem heutigen Bertolt-Brecht-Gymnasium im Stadtteil Brandenburg-Nord erhielt. 1967 kam der in Bronze gegossene „Baron Münchhausen“ in die Havelstadt. Das Werk fußt auf der Münchhausen-Story „Enten an der Schnur“. Das Auftragswerk der Stadt stand jahrzehntelang vor der Kindertagesstätte Gertrud Piter, die sich in der ehemaligen Villa des Tuchfabrikanten Julius Krüger befand. Die Skulptur erhielt nach erfolgter Restaurierung einen neuen Standort. Seit April 2018 ist der Lügenbaron in der Einsteinstraße zwischen Spielplatz und Altstädtischem Friedhof zu finden.
Im Jahre 1972 schuf Dietrich Rohde dann noch die „Rangelnden Panther“. Die wurden aus Beton gefertigt und im gleichen Jahr vor der Sporthalle in der Sprengelstraße aufgestellt. Dort standen die mittlerweile stark sanierungsbedürftigen Raubtiere bis 2017. Mit dem Abriss der Sporthalle im Jahre 2016 wurde die 1,3 Tonnen schwere Skulptur dann erst einmal eingelagert und schließlich durch Studenten der Fachhochschule Potsdam restauriert. Seit September 2020 stehen die „Rangelnden Panther“ nun gut sichtbar vor der Integrations-Kita „Sonnenschein“ und damit nur einen Steinwurf vom alten Standort entfernt. Dietrich Rohde lebte bis zur Wende als selbständiger Bildhauer in der DDR, war er bis zuletzt in und um Berlin tätig. Er starb Ende 1999 in Königs Wusterhausen.