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Ältester Verein der Stadt feiert: Der Volkschor Brandenburg besteht seit 150 Jahren

Aus der Stadt
  • Erstellt: 09.07.2024 / 08:01 Uhr von rb
1874 war geschichtlich gesehen ein in vieler Hinsicht sehr bedeutendes Jahr. Blickt man auf das aktuelle Tagesgeschehen, so sollte man sich daran erinnern, dass 1874 in Braunschweig das erste offizielle Fußballspiel auf deutschem Boden stattfand. In Wien wurde im gleichen Jahr die Operette „Die Fledermaus“ von Johann Strauß uraufgeführt und gilt als Höhepunkt der sogenannten „Goldenen Operettenära“. Viel wichtiger aber ist, im Jahr 1874 wurde der heutige Volkschor Brandenburg e.V. gegründet. Damals als Brandenburger Männergesangsverein. Damit dürfte der Volkschor der älteste Verein in der Stadt Brandenburg sein und am Sonntag wurde mit einem Konzert im Dom der 150. Geburtstag des Volkschores gefeiert.
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Für das ehrwürdige Jubiläum haben sich die Mitglieder des Volkschores liebe vertraute und neue Gäste eingeladen. So war der Musik- und Gesangsverein „Harmonie 1894“ e.V. zu Gast ebenso wie der Gemischte Chor Groß Kreutz e.V. und als jüngste Teilnehmer des Konzertes die Mitglieder des Schülerchores der Klasse 7c des Domgymnasiums. Sie gestalteten gemeinsam ein wundervolles, dem Anlass in jeder Hinsicht angemessenes Konzert in einem überfüllten Dom, wo manch ein Zuhörer sogar stehen musste, weil es keine freien Stühle mehr gab.

Zuvor begrüßte die Vereinsvorsitzende Bettina Prochnow die Gäste der Festveranstaltung. Auch Oberbürgermeister Steffen Scheller ließ sich den Besuch nicht nehmen und hatte ein sehr wohlwollendes Grußwort dabei. Darin richtete er seinen Blick vor allem auf den Gesang. Das unterstrich er mit den Worten des indischer Dichter und Philosophen Ravindranath Thakur, der sagte: „Gott achtet mich, wenn ich arbeite, aber er liebt mich, wenn ich singe.“ So wünschte er dem Volkschor weiter viel Erfolg und das sie weiter arbeiten mögen.

In seinem Abriss zur Geschichte des Chores ging Chorleiter Dr. Florian Wilkes auf die Entwicklung vom Männergesangsverein mit seiner Gründung in der damaligen Tuchmacher Herberge in der Wollenweberstraße 3 und den damals 32 Mitglieder genauso ein, wie auf die Fusion mehrerer Männerchöre Anfang des 20. Jahrhunderts. Die führte zu einem Mitgliederzuwachs auf rund 180 Sänger. Auf diesem Weg präsentierte sich der Chor wiederholt als gemischtes Ensemble mit Frauen- und Kinderchor und erreichte in „Spitzenzeiten“ eine Mitgliederstärke von ca. 360 Sängerinnen und Sängern.

Eine besondere Reminiszenz gab es im Programm des Volkschores für die beiden vormaligen Chorleiter Wolfgang Kusior und Hans Förster. In einem Gesangsblock interpretierte der Chor zwei von Wolfgang Kusior komponierte Lieder und zwei Lieder die Hans Förster getextet und komponiert hat. Wolfgang Kusior übernahm 1985 den Chor und führte ihn über die Wendezeit bis 2010. Dabei erweiterte er maßgeblich das Repertoire des Chores. Sein Nachfolger wurde Hans Förster, der den Chor bis 2020 mit großem Engagement leitete. Ihm verdankt der Chor eine Vielzahl eigener Texte und Kompositionen, die heute noch zum festen Liederbestand zählen. Nach dem altersbedingten Chorleiter-Wechsel übernahm Dr. Florian Wilkes aus Berlin 2021 das Ensemble.

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