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Fliegerklub Brandenburg startet erfolgreich in die neue Saison der Segelflug-Bundesliga

Stadtgeschehen
  • Erstellt: 15.05.2024 / 12:01 Uhr von ant
Wenn sich die Saison bei den Profifußballern im April und Mai eines jeden Jahres dem Ende entgegen neigt, startet die Segelflug-Bundesliga in eine neue Sommersaison.
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An 16 Wochenenden wird über den gesamten Sommer hinweg geflogen. In der 1. Segelflug Bundesliga fliegen 25 Vereine. Mit 7 Clubs aus Baden-Württemberg und 5 aus Bayern ist der süddeutsche Raum besonders stark vertreten.

Der Fliegerklub Brandenburg hofft als einziger Vertreter seines Bundeslandes auch in diesem Jahr wieder auf eine gute Platzierung in der oberen Hälfte der Tabelle.

In der Segelflugliga geht es immer darum, in einem 2 Stunden Zeitfenster möglichst weit und möglichst schnell zu fliegen. Da stellt sich dann auch vor jedem Start erneut die Frage: In welche Richtung soll geflogen werden und wo wird sich das Wetter über den Tag am besten sein?

Am ersten Wochenende der diesjährigen Bundesliga-Saison Ende April entschieden sich die Brandenburger Piloten deshalb für ganz unterschiedliche Taktiken: Matthias Kaese (Nauen) flog zuerst Richtung Norden nach Pritzwalk, Jürg Holland (Dahlewitz) entschied sich für den Süden und startete mit dem Ziel Dessau. Lothar Dittmer (Berlin) zog es hingegen nach Südosten in die Lausitz. Er traf unterwegs – bereits in Polen – auf Rolf Engelhardt (Berlin), der in der Nähe von Bautzen auf einem Wettbewerb gestartet war. Auch bei diesem Event konnte er Punkte für seinen Brandenburger Heimatclub sammeln.

Unterwegs trafen die Brandenburger Piloten auf recht unterschiedliche Wetterbedingungen. In Polen konnten sogar Flughöhen bis zu 2.700 Meter erreicht werden. Dann verwenden erfahrene Segelflieger bei den deutlichen Minustemperaturen schon mal die aus dem Skisport bekannten elektrischen Schuhheizungen oder spezielle Moon-Boots, um keine kalten Füße zu bekommen.

Trotz ganz unterschiedlicher Flugwege landeten die 4 Brandenburger alle in der Ligawertung. Sie konnten mit Durchschnittsgeschwindigkeiten um 100km/h und Gesamtstrecken von bis zu über 500km einen durchaus erfolgreichen Tag verbuchen. Im darauffolgenden Wochenende zeigte für ganz Deutschland ein eher durchwachsenes Wetter zum Segelfliegen.

Auch am darauffolgenden Wochenende sollte es hoch hinaus gehen. Auf Grundlage intensiver Wetterbeobachtung haben sich die Piloten entschieden, dass der Samstag der für Brandenburg günstigere Tag zum Fliegen sein würde. Die Absprache in dem 3er Team Michael Scholz (Brandenburg), Matthias Kaese (Nauen) und Herbert Horbrügger (Spandau) war, eine Dreieck-Flugstrecke genau in das Wetterfenster einzupassen.

Die Bundesliga Wertung berücksichtigt die max. geflogene Geschwindigkeit in einem Zeitfenster von 2 Stunden, sowie auch die Größe des überflogenen Gebietes. Somit ist es vorteilhaft, möglichst einen Dreiecksflugs zu planen und vorher anzumelden.

Als Wendepunkte wurden gewählt: im Nordwesten der Ort Rathenow, dann im Südosten die Cargolifter-Halle bei Brand und für den Rückweg nach Brandenburg im Westen der Ort Köselitz im Fläming. Bei zunächst schwacher Thermik und niedriger Wolkenuntergrenze formierte sich das Team über dem Flugplatz in Warteposition, um dann gemeinsam bei besser werdender Thermik loszufliegen. Die Aufwinde entwickelten sich zur Freude der Piloten dann doch besser als vorhergesagt. Der beste Aufwind mit ca. 5m/s Steigrate wurde von einem Pulk junger Adler und Bussarde in der Nähe der Cargolifter-Halle bei Brand markiert. Mit respektvollem Abstand kreiste dann das Segelflugzeug-Team zusammen mit den ca. 15 Jung-Vögeln, ein Erlebnis, das man so wohl nur als Aufwindflieger erfahren kann.

So wurde schlussendlich am zweiten Wochenende der Saison der 6. Rundenplatz von 25 Vereinen erreicht und ein guter Saisonstart mit einer Position in der ersten Hälfte der Bundesligatabelle markiert.

Bilder

(c) Fliegerklub Brandenburg e.V.
Jürg Holland (Dahlewitz) (c) Fliegerklub Brandenburg e.V.
(c) Fliegerklub Brandenburg e.V.
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