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Kritik trotz Sieg: Stahl-Coach bemängelt zögerliches Spiel

Sport
  • Erstellt: 30.04.2024 / 06:01 Uhr von Martin Terstegge
Mit einem 5:0-Erfolg über den SV Falkensee/Finkenkrug erledigten sich die Fußballerinnen der BSG Stahl Brandenburg an diesem Sonntag ihrer Pflichtaufgabe in der Landesliga. Trainer Sebastian Fräsdorf hatte sich gewünscht, dass seine Mannschaft diese Partie nutzt, um sich für das Pokalhalbfinale am Mittwoch, 1. Mai, 13 Uhr, einzustimmen. Doch die Spielerinnen haben diese Aufgabe scheinbar zu sehr auf die leichte Schulter genommen. 
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"Wir haben schon uns schon beim Erwärmen verspätet und kein Zug hineinbekommen. Ich habe zwar vor dem Anpfiff gewarnt, dies nicht auf dem Platz fortzuführen, doch die Anfangsphase sah dementsprechend aus", kritisierte der Stahl-Coach.

Die Gastgeberinnen bestimmten zwar klar das Geschehen, doch es fehlte das Tempo, um die gegnerische Abwehr auszuspielen. So probierten es die Stahl-Frauen immer wieder mit Schüssen aus der zweiten Reihe, doch sie fanden ihren Meister in der guten SV-Torfrau Gina-Marie Farkas, die die Bälle festhielt, sodass keine Abstaubersituationen entstanden. Obwohl zu diesem Zeitpunkt die Gäste noch in Unterzahl agierten, schlugen die Brandenburgerinnen daraus kein Kapital.

Tanja Lehmann erlöste dann ihr Team in der 24. Minute, als sie einen abgewehrten Ball per Bogenlampe ins Toreck bugsierte. Kurz drauf tauchte Anja Seelhoff vor dem Gästetor auf und überlistete die heraus eilende Gina-Marie Farkas mit einem Heber zum 2:0 (27.). Die Torschützin leitete praktisch auch das 3:0 ein. Sie wurde im Strafraum im Gesicht getroffen, den fälligen Elfmeter verwandelte Jessica Finkbeiner sicher zum 3:0-Pausenstand. An der verdienten Führung gab es keinen Zweifel, doch gegen den schwachen Konkurrenten war es viel zu wenig, was die Stahl-Elf zeigte.

Ähnlich ging es im zweiten Durchgang weiter. Viele Fernschüsse, die die gute Torfrau Farkas parierte, die großen Ideen fehlten aber weiterhin. Doch wenn die Gastgeberinnen schneller den Ball zirkulieren ließen, wurde es gefährlicher. Wie in der 62. Minute, als Marlen Wodtke einen Ball abfing, auf Vanessa Bürger passte, die legte von außen zurück und Wodtke vollendet perfekt zum 4:0. Das 5:0 (68.) geriet dann zur reinen Slapsticknummer. Die ansonsten gute Gina-Marie Farkas ließ am rechten unteren Strafraumrand den Ball fallen, Jette-Hedy Strehlau reagierte blitzschnell, traf aber nur den linken Pfosten, den Abpraller konnte eine Falkenseerin nicht klären und Vanessa Bürger staubte mühelos zum 5:0 ab.

Während die Gästetorhüterin Farkas bis zum Abpfiff noch mehrmals ihr Können demonstrieren durfte, verlebte ihr Pendant auf der Gegenseite einen langweiligen Nachmittag. Um Celine Pflanz noch zu schonen, stand Janine Groth zwischen den Pfosten alles andere als ihre angestammte Position. Um sie gar nicht erst in Gefahr zu bringen, verlangte Trainer Sebastian Fräsdorf eine solide Verteidigung schon vor dem eigenen Strafraum. Diese Vorgabe hat die Stahlmannschaft komplett umgesetzt, die Gäste verzeichneten nicht eine Torchance.

Für das wichtige Pokalspiel am 1. Mai erwartet Sebastian Fräsdorf ein anderes Auftreten seiner Elf. Die Stahlspielerinnen wissen es aber wohl selbst, dass sie gegen die SG Blau-Weiß Beelitz mehr Laufarbeit leisten müssen. Es ist natürlich schwer, sich gegen limitiertere Kontrahenten wie den SV Falkensee/Finkenkrug zu motivieren. Hauptsache, sie tun es, wenn es nötig ist, wie nun gegen die Blau-Weißen. Die Erinnerungen an diesen Kontrahenten sind noch frisch, der hart erkämpfte 2:1-Erfolg liegt nur eine Woche zurück.

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