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Derbystimmung kam erst spät auf

Sport
  • Erstellt: 11.05.2022 / 09:01 Uhr von Christian Reidlingshöfer
Der Rahmen stimmte am Freitagabend für das Landesligaderby zwischen dem TSV Chemie Premnitz und dem FC Stahl Brandenburg. Beide Teams traten mit vollem Kader an, das Wetter lud zum Sporttreiben ein und 480 Zuschauer wollten die Partie im Stadion der Chemiearbeiter miterleben. Nur die typische Derbystimmung kam erst spät auf. Als erstes sorgten die Gäste für mehr Belebung in ihren Fanreihen, als sie nach einer halben Stunde mehr in die Partie investierten, die zuvor mehr oder weniger ereignisarm verlief.

Es gab viel Geplänkel im Mittelfeld, konstruktive Angriffe, die in echte Torgefahr endeten, fanden nicht statt. Ein erstes Ausrufezeichen setzte Nils Müller in der 27. Minute mit einem Freistoß, den TSV-Schlussmann Felix Baitz glänzend parierte. Damit hatte sich ein Paar gefunden, dass in den nächsten Minuten für die Höhepunkte auf dem Rasen sorgte. In der 31. Minute versuchte es Müller aus 18 Meter, Baitz parierte. Fünf Minuten später bediente Bob Okezie Müller, diesmal musste Baitz nicht eingreifen, der Ball zischte am langen Pfosten vorbei. In der Schlussphase der ersten Hälfte spielte Müller mit Lukas Hehne einen Doppelpass, sein Schuss wurde geblockt, doch den Abpraller verwandelte Okezie zum 0:1 (42.). Hier gab es für Felix Baitz nichts zu halten. Kurz vor der Pause vergab der Torschütze noch eine sehr gute Möglichkeit, als er aus 8 Meter das Leder weit über den Kasten schlug. So blieb es bei der knappen 1:0-Pausenführung für den FC Stahl, die sich die Gäste durch ihr engagierteres Auftreten in der letzten Viertelstunde verdient hatte. Von den Platzherren gab es bis zu diesem Zeitpunkt nichts zu sehen, Stahl-Torhüter Moustapha Moussa Nouka bekam nicht einen Ball zu halten.

Daran sollte sich in der Anfangsphase des zweiten Durchgangs auch nichts ändern, die Brandenburger hielten die Premnitzer von ihrem Sechzehner fern. Auf der Gegenseite hatte Hehne in der 55. Minute eine gute Gelegenheit zu erhöhen. Er nahm die Flanke von Jonas Günther direkt mit vollem Risiko, verfehlte sein Ziel nur denkbar knapp. Drei Minuten darauf gab es dann die Derbystimmung auf den Rängen. Zwei Stahl-Abwehrspieler waren sich nicht einig wer den Ball nimmt, Lucas Witschel wollte ihn und glich humorlos zum 1:1 (58.) aus. Wie aus dem Nichts fiel das Tor, doch nun waren die Premnitzer da, gingen auf die vollen 3 Punkte. Es war wie eine Parallele zum Neustadtspiel, wo die TSV-Elf auch erst nach der Pause aufwachte, um dann dem Favoriten Paroli zu bieten. Bloß, dass sie in der Vorwoche aus einem 0:3-Rückstand zurückkam. Torschütze Witschel (63.) wäre beinah ein Doppelpack geglückt, Zentimeter fehlten bei seinem Schuss, knapp hinter der Strafraumgrenze. In der 65. Minute bewahrte Nouka seine Elf vor dem Rückstand, als er einen gut getretenen Freistoß parierte. Wenig später wäre er aber machtlos gewesen. Die Gastgeber konterten geschickt, der Ball kam zu TSV-Torjäger Sebastian Schulz, der aus spitzem Winkel haarscharf vorbeischoss. In dieser Phase hatten die Brandenburger viel Dusel, die Partie hätte kippen können.

In der 72. Minute bewies das Stahl-Trainerteam ein glückliches Händchen mit der Einwechslung von Jeffrey Kniestedt, der auch schon einmal für den TSV spielte. Nur vier Minuten später erzielte er nach Vorlage Okezies die erneute Führung. Riesenjubel im Stahl-Fanlager, doch das Spiel war noch längst nicht vorbei. Und sie mussten noch bange Minuten überstehen, denn die aufopferungsvoll kämpfenden Gastgeber verschwendeten keinen Gedanken ans Aufgeben. Es war jedoch schwierig zu Abschlussaktionen zu kommen, da die Gäste mit allen Mitteln ihr Offensivspiel störten, so blieb ein Schuss in der 80. Minute, der um einen Meter vorbei ging, die letzte gefährliche Aktion – bis zur fünfminütigen Nachspielzeit. Dort hielt Nouka seinen Teamkollegen den Auswärtserfolg sicher fest. In der 90. Minute kam ein Freistoß diagonal in den Strafraum, Nouka musste raus und hielt den Ball fest. Hätte er ihn prallen lassen, irgendein Premnitzer Fuß wäre parat gewesen. In der letzten Minute der Nachspielzeit gab es nochmals Freistoß für die Platzherren. Der ging direkt aufs Tor, wo Nouka erneut den Ball festhielt, und den Premnitzern keine Möglichkeit zum Abstauben gab. Die Freude bei den Gästen war riesengroß, in diesem Derby, das nach einer Stunde richtig Fahrt aufnahm, als 2:1-Sieger vom Platz gehen zu können.

Über ein Unentschieden hätte es keine Beschwerden gegeben. Die Partie verlief bis zur 70. Minute äußerst fair, danach wurde es zwar etwas hitziger und bis auf eine Aktion eines Stahlspielers, was die gut leitenden Unparteiischen aber nicht ahndeten, blieb alles im Rahmen. Die Nerven beruhigten sich schnell nach dem Spiel, so dass die Premnitzer noch Christian Freidank offiziell verabschiedeten, der im Winter zum FC Stahl gewechselt war.

Kommenden Sonnabend (13. Mai / 14 Uhr) wird der VfB Trebbin im Stadion am Quenz erwartet.

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