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Kein Sieger im Spitzenduell

Sport
  • Erstellt: 11.05.2022 / 06:02 Uhr von Christian Reidlingshöfer
Im vierten Anlauf hatte es nun endlich geklappt, das Spitzenspiel in der Frauenfußball-Landesliga zwischen dem Tabellenzweiten SV Grün-Weiß Brieselang und dem FC Stahl Brandenburg wurde in Brieselang ausgetragen. Beide Mannschaften dominieren bisher die Liga, beide Teams feierten zuvor nur Siege, so dass nur in diesem Duell der Meister zu finden ist. Durch das mehrmalige Verschieben dieses Hinrundenspiels, kommt es im Mai gleich zu drei Begegnungen dieser Mannschaften, da beide sich auch für das Landespokalfinale qualifizierten.

Die erste endete am Sonntag mit einem 2:2-Unentschieden, womit Stahl-Trainer Oliver Gühne wohl besser leben kann als sein Pendant Sven Thoß.

Als Zielstellung hatte Gühne vorgegeben nicht zu verlieren, was seine Elf letztendlich umsetzte. Mit Blick auf die erste Hälfte war es eher glücklich. Die Gäste entwickelten im Angriff kaum Durchschlagskraft, dann musste auch noch Annika Wasserroth in der 16. Minute, nach einem Zusammenprall am Kopf, das Feld verlassen. Dafür kam Cindy Wichmann, die viel auf der rechten Seite unternahm, doch ihre Vorlagen endeten im Nichts, da ihre Mitspielerinnen nicht in die Räume nachrückten. Aber auch die Abwehr machte in den ersten 45 Minuten nicht den stabilsten Eindruck. Sie leistete sich ungewöhnlich viele leichte Fehler, eine gewisse Nervosität war spürbar. In der 20. Minute schien die Führung der Gastgeberinnen fällig. Nach einem Eckball klärte zunächst Tanja Lehmann auf der Linie, den Nachschuss entschärfte Torfrau Faye Riedel. Noch krasser dann die Situation in der 27. Minute. Nach einem Fehler an der Mittellinie stürmte Franziska Kühn in Richtung Stahl-Tor, überlief Riedel und traf anstatt des verwaisten Tores nur das Außennetz. Da hatten die Brandenburgerinnen ganz viel Dusel. Auch in der Folge kam kaum konstruktives von ihnen, weil die im Ansatz vorhandenen Möglichkeiten nicht zu Ende gespielt wurden. Dass sah bei den Grün-Weißen druckvoller aus, aber zur Führung in der 41. Minute benötigen sie die Unterstützung der Gäste, die einen Angriff über links nicht unterbanden. Der abgewehrte Ball kam zu einer Brieselangerin, die hoch in Richtung Stahl-Tor flankte. Riedel war zwar am Ball, doch den Abpraller beförderte Kühn über die Linie. Da wurde nicht mit der letzten Konsequenz verteidigt.

Kurz vor der Pause hatte Glücksgöttin Fortuna aber ein Einsehen mit den Gästen. Es gab Freistoß an der Mittellinie, es war die letzte Aktion des ersten Durchgangs und Trainer Gühne sagte zu Nathalie Säger: „Bring den Ball aufs Tor.“ Gesagt, getan. Er ging an „Freund und Feind“ vorbei und landete zum 1:1 im Netz. Nach dem bisherigen Spielverlauf sicherlich glücklich, doch das ist Fußball: nur die Tore zählen.

Zu Beginn der zweiten Hälfte stellte Gühne wieder auf das bewährte 4-4-2 um, damit Fabienne Wendt im Mittelfeld mehr Platz für ihren Offensivdrang bekam. Die Gäste gestalteten die Partie nun offener, wenngleich ihnen immer wieder Patzer in der Rückwärtsbewegung unterliefen, was die Gastgeberinnen aber nicht zu nutzen wussten. So zum Beispiel in der 76. Minute, als Kühn an Riedel scheiterte. Danach ging es in die andere Richtung, die Stahl-Frauen konnten sich für kurze Zeit in der grün-weißen Hälfte festsetzen. Abgewehrte Bälle kamen postwendend zurück, nur der gefährliche Abschluss ließ noch auf sich warten. Lehmanns Versuch in der 79. Minute ging noch weit drüber, doch eine Minute später passte es. Einen Abschlag fing Wendt an der Mittellinie ab, schlug den Ball in Richtung rechtes Strafraumeck, wo er zu Wichmann gelangte. Die setzte sich geschickt durch, passte auf Anja Seelhoff, die überlegt zum 2:1 abschloss.

Dies wollten die Brieselangerinnen nicht auf sich sitzen lassen, drängten umgehend auf den Ausgleich, der auch nicht lang auf sich warten ließ. Die Gäste verloren bei ihren Klärungsversuchen zu schnell den Ball, sahen sich so immer wieder in die Defensive gedrängt. Nach Ballverlust der Brandenburgerinnen im Mittelfeld in der 83. Minute, stürmten über links die Grün-Weißen nach vorn und mit einem sehenswerten Schuss aus 18 Meter ins lange Eck stellten sie auf 2:2. 

Dabei blieb es, so dass die Entscheidung um die Meisterschaft wahrscheinlich erst am 22. Mai im beim Rückspiel Stadion am Quenz fallen wird. Vorausgesetzt beide Mannschaften gestalten ihren letzten Spiele siegreich. Die Stahl-Frauen müssen am 15. Mai in Beelitz ran, die Elf von Trainer Thoß am 10. Mai gegen Falkensee/Finkenkrug und am 15. Mai gegen den 1. FFC Turbine III.

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